Anton Gröll Gewölbebau

Gewölbearten

Mit den nachfolgenden Zeilen erhalten Sie einen kurzen Überblick über die verschiedenen Gewölbetypen wie Tonnengewölbe, Klostergewölbe oder Kreuzgewölbe. Allen Formen dieser Gebäude- bzw. Raumdecken ist gemein, dass sie die Kräfte aus Nutzlast und Eigengewicht auf Wänden und/oder Pfeiler ableiten.

Bis zur Einführung der Stahlbetondecken waren Gewölbe die einzige Möglichkeit Räume massiv zu überdecken. Sie wurden meist im Kellerbereich, bei Stallungen aber auch bei Kirchen und Hallen verwendet. Gegenüber Holzbalkendecken sind Gewölbe gegen Feuchtigkeit unempfindlich, benötigen jedoch eine größere Konstruktionshöhe und massive Widerlager.

Tonnengewölbe

Das Tonnengewölbe besteht geometrisch wie der Rundbogen aus einem Halbkreis. Damit benötigen Tonnengewölbe eine große Höhe. Der Gewölbeschub ist im Vergleich zum Kappengewölbe geringer. Tonnengewölbe bestehen aus seitlichen Wangen (W) und den oberen Endstücken, den Kappen (K). Eine stirnseitige Abschlusswand heißt Schildwand.

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Kappengewölbe

Das Kappengewölbe entspricht von der Form dem Segmentbogen. Durch die geringe Stichhöhe ist der Gewölbeschub sehr hoch.
Kappengewölbe wurden auch häufig als "Preussische Kappen" zwischen Stahlträgern ausgeführt. Dabei tragen Stahlträger (H oder Doppel-T-Träger) in einem Abstand von ca. 1m flache Kappen.

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Spitzgewölbe

Das Spitzgewölbe entspricht dem Spitzbogen und kann normal, gedrückt oder überhöht ausgeführt werden. Diese Gewölbeform wurde in der Gotik und Neugotik häufig verwendet. Sitzgewölbe findet man auch sich gegenseitig kreuzend als Kreuzrippengewölbe, Stern- und Netzgewölbe. Spitzgewölbe benötigen sehr große Konstruktionshöhen.

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Kreuzgewölbe

Das Kreuzgewölbe besteht aus zwei sich unter 90° kreuzenden Tonnengewölben. Dadurch liegt das Kreuzgewölbe nur auf 4 Eckpfeilern auf. Es besteht aus 4 Kappen, die Schnittstellen der Kappen heißen Grate. Anstelle der Grate sind im Kreuzrippengewölbe Rippen gespannt. Sie nehmen die Last des Gewölbes auf und führen sie in die Pfeiler ab. Die Rippen können in verschiedenen Profilen gestaltet sein.

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Klostergewölbe

Mulden- und Spiegelgewölbe

Das Klostergewölbe wird ebenfalls aus 2 sich kreuzenden Tonnengewölbe gebildet. Es hat allerdings 4 Wangen und damit umlaufende Auflagerwände. Man könnte das Klostergewölbe auch als vierseitiges Kuppelgewölbe bezeichnen.
Zum Klostergewölbe zählt das Muldengewölbe, dessen Grundfläche länglich gestreckt ist, sowie das Spiegelgewölbe, bei dem der Scheitel abgeschnitten ist. Die entstehende obere Fläche ist rechteckig oder elliptisch und heißt Spiegel.

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Böhmisches Kappengewölbe

Diese Gewölbeausbildung gleicht dem Kuppelgewölbe. Sie unterscheiden sich darin, dass bei der Böhmischen Kappe der Grundkreis außerhalb des zu überwölbenden rechteckigen oder quadratischen Raumes liegt. Somit ergeben sich Wandbögen in Segmentbogenform.

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